Employer Branding Toolbox

Toolbox: 10 Tipps für gelungenes Employer Branding

Employer Branding Toolbox

In unserem Talent for Glory Podcast laden wir im 2-Wochen-Rhythmus Gäste aus der Welt der Human Resources zu einem Gespräch rund um deren Erfahrungen und Wissen zum Thema Employer Branding ein. Wir haben den Podcast gestartet, um selbst noch tiefer in die Welt des Employer Brandings einzutauchen und, um mit den sich schnell entwickelnden Trends Schritt zu halten. Natürlich wollen wir dies auch unseren ZuhörerInnen ermöglichen und geben daher zwischendurch immer wieder Input von unserer Seite.

Nach mehr als zehn Folgen, die mittlerweile von unserem Podcast verfügbar sind, möchten wir nun die wichtigsten Take Aways für Sie zusammenfassen. 

ArbeitgeberInnen bewerben sich bei ArbeitnehmerInnen
Wie kann man sich als ArbeitgeberIn vom Mitbewerb am Arbeitsmarkt unterscheiden? Das sollte die Frage sein, die GeschäftsführerInnen und HR-SpezialistInnen nachts wach hält. Jan Pichler, Geschäftsführer von myVeeta hat uns im Interview erzählt, dass jede/r MitarbeiterIn, den/die man für sich gewinnen kann, woanders fehlen wird bzw. abgeworben werden muss; und zwar in allen Branchen. Egal, ob akademisches Personal, FacharbeiterInnen oder Handelsangestellte gesucht werden – es herrscht nahezu Vollbeschäftigung und daher liegt es nun an der/dem ArbeitgeberIn sich, beziehungsweise das eigene Unternehmen, als das Attraktivste zu positionieren.
 

Talent Relationship Management ist essentiell 
Wer noch nie davon gehört hat, sollte jetzt die Ohren spitzen. Talent Relationship Management ist im Recruiting das Gegenstück zum Customer Relationship Management im Marketing. Hierbei geht es darum, eine Beziehung zu KandidatInnen aufzubauen, um diese langfristig durch nützliche Informationen als MitarbeiterInnen gewinnen zu können. Guter Content ist zentral im TRM und unterstützt nachhaltig dabei, einen Talent Pool aufzubauen.

Bewerben muss einfach sein
Die meisten Unternehmen kämpfen aktuell damit, genügend BewerberInnen für sich begeistern zu können und leben daher für lange Zeit mit leer stehenden Stellen, was Geld verschlingt. Daniel Laiminger hat daher vor sechs Jahren hokify gegründet, eine App die Jobsuchenden die Bewerbung auf einer Plattform für mehrere Jobs extrem einfach ermöglicht. Kein PDF-Download von Stellenbeschreibungen, kein 100-faches eingeben von denselben Daten, keine standardisierte Bewerbung. Durch individuelle Fragen, die den/die Bewerber/in dazu anregen, über die Stelle nachzudenken bzw. durch das Versenden von Videobewerbungen, ist die Jobsuche nicht nur einfacher für das Talent, sondern auch die Qualität der Bewerbung bei den Unternehmen steigt.

Recruiting kann gemessen werden
Wir sind große Fans von qualitativen Analysen, jedoch ist es gut, diese auch mit Zahlen belegen zu können. Umso spannender war es herauszufinden, welche Messwerte und KPIs während der Candidate Journey verfügbar sind und wie diese zu deuten sind. Viele Klicks auf Stellenanzeigen mögen zwar zeigen, dass diese gut aufbereitet sind, das bedeutet aber noch lange nicht, dass auch viele Bewerbungen eintreffen. Grund dafür könnte etwa die falsche Zielgruppen-Auswahl sein. Wie viele Interviews werden geführt und wie viele Personen tatsächlich angestellt? All das gibt wiederum einen Einblick in die Zeit, die in Recruiting investiert wird und setzt diese in Verhältnis zum tatsächlichen Output.

Gleich viele Benefits, wie Anforderungen
Stellenanzeigen listen immer alle möglichen Anforderungen auf und beschreiben die benötigte Expertise des Talents bis ins kleinste Detail, jedoch wird kaum auf das, was der/die ArbeitgeberIn anbieten kann, eingegangen. Christian Grünbart erzählt uns dazu in Folge vier, welche umfangreichen Benefits er seinen MitarbeiterInnen anbietet: 4-Tage-Woche, Elektroauto, Teilnahme an Fitnesskursen, etc. Für ihn ist auch das Arbeitsumfeld von extremer Bedeutung, denn dieses soll zum Wohlfühlen einladen, damit die MitarbeiterInnen dies auch gegenüber Gästen ausstrahlen. Vor allem im Tourismusbereich ist es derzeit schwierig, MitarbeiterInnen zu finden und langfristig für sich zu gewinnen und daher fanden wir diese Herangehensweise sehr spannend.

MitarbeiterInnen zu Corporate InfluencerInnen machen
InfluencerInnen können in der Mitarbeitersuche eingesetzt werden, um für Praktikumsstellen zu werben oder das Unternehmen näher vorzustellen. Aber auch im kleinen Rahmen können die eigenen bestehenden MitarbeiterInnen zu InfluencerInnen werden. Dies bedarf jedoch Zeit, Aufmerksamkeit und einer fairen Umgangsweise mit bestehenden MitarbeiterInnen, um neue anzuziehen. Sinnvoll ist es dafür, frühzeitig Touchpoints mit den Talenten zu kreieren, etwa durch Vorträge oder Sponsorships und diese immer wieder zu pflegen. Sollte sich dann eine Zusammenarbeit ergeben, muss das Talent fair behandelt werden, damit er/sie in seinem/ihrem Umfeld über den/die ArbeitgeberIn positiv spricht und so wiederum weitere Bewerbungen entstehen können.
 
Wertschätzung zeigen
In Folge zwei des Talent for Glory Podcasts sprechen wir mit Sonja Kimeswenger, die sich von Unternehmensseite her stark für die Wichtigkeit von Wertschätzung im täglichen Umgang mit Talenten ausspricht. Erfolge gemeinsam zu feiern, ist für sie ein Zeichen dafür, dass die Arbeit des Talents geschätzt und als wichtig empfunden wird. Außerdem sollte nicht nur gegenüber bestehenden MitarbeiterInnen dieses Credo gelebt werden, sondern auch gegenüber Ex-MitarbeiterInnen. Wenn diese etwa auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen Feedback hinterlassen, sollte dieses gehört, ernst genommen und beantwortet werden. So zeigt man, dass die Meinung wertgeschätzt wird, außerdem lernt man als Unternehmen dazu und hat die Chance sich weiterzuentwickeln.
 
Authentische Einblicke gewähren
Bei diesem Punkt waren sich alle unsere Gäste einig. Es ist unabdinglich als Unternehmen echte Einblicke in die Kultur der/des ArbeitgeberIn zu gewähren, die dem Talent ermöglichen, sich bereits vorab ein Bild zu machen. Umfangreiche schriftliche Informationen, Imagevideos und vielleicht sogar schon bald auch VR-Rundgänge durch das Unternehmen gehören dazu. Das Talent möchte die Unternehmenskultur vorab kennenlernen. Dazu gehört übrigens ebenso eine ordentliche Fehlerkultur. Es ist auch als ArbeitgeberIn in Ordnung, Fehler zu machen, jedoch sollten diese als solche anerkannt und aufgearbeitet werden. Das schafft Vertrauen und gibt auch den Talenten Raum für Ehrlichkeit.
 

Mitarbeiter Socials
Eine fantastische Idee von Andreas Achleitner darf in dieser Toolbox natürlich nicht fehlen: Mitarbeiter Socials. Diese sind persönliche After-Work-Treffen bei denen Andreas Zeit mit seinen MitarbeiterInnen bei unterschiedlichen Tätigkeiten verbringt, wie etwa Garteln, Kochen oder Wandern. Ziel davon ist es, die MitarbeiterInnen auch auf persönlicher Ebene näher kennenzulernen. Denn wer seine MitarbeiterInnen kennt, kann auch besser auf ihre/seine Bedürfnisse eingehen und Verständnis für die jeweilige Lebenssituation aufbringen. Außerdem macht es den/die ArbeitgeberIn nicht zu einem x-beliebigen Unternehmen, das die Rechnungen bezahlt, sondern trägt zu einer persönlichen Beziehung bei, die nicht so schnell ersetzt werden kann.

Der Arbeit einen Sinn geben
Man hört immer wieder, dass vor allem die Generation Z eine Gruppe von ArbeitnehmerInnen ist, für die der Sinn der eigenen Tätigkeit entscheidend ist. Das WHY ist für sie der Hauptfaktor, der sie, viel mehr noch als das Gehalt, täglich dazu motiviert, ihrer Arbeit nachzugehen. An den ArbeitgeberInnen liegt es nun, diesen Grund klar zu definieren und regelmäßig an die Talente, unter anderem in Form der Employer Value Proposition, zu kommunizieren. 

An diesem Punkt möchten wir uns auch noch einmal herzlich für den wertvollen Input bei Sonja Kimeswenger (OÖGH), Christian Grünbart (AVIVA Hotel), Andreas Achleitner (Biohof Achleitner), Jan Pichler (myVeeta) und Daniel Laiminger (hokify) bedanken.

Fazit:
Die Arbeitswelt ändert sich, neue Gegebenheiten erfordern neue Maßnahmen. Dabei ist es wichtig, rauszugehen und über den Tellerrand zu blicken. Oder zumindest in Nachbars Teller. Es gibt einige gute, innovative, kreative und erfolgreiche Beispiele. Und wir hoffen, dass uns noch viele mehr in unserem Podcast begegnen werden. Wenn auch Sie ein Thema haben, das gut in unseren Podcast passen würde, dann melden Sie sich einfach bei uns. Wir freuen uns darauf, mehr zu erfahren!

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